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2002, 2001 > Farbenkauf:
Eine neue Norm bürgt für Qualität
Da in Deutschland Dispersionsfarben keine Mindeststandards
erfüllen müssen, unterscheiden sich die auf dem Markt
angebotenen Produkte oftmals erheblich in ihrer Qualität.
Eine neue Europäische Norm hilft, Premiumfarben zu erkennen.
Mit Beginn der schönen Jahreszeit überfällt
so manchen die Lust, Wohnung oder Haus noch einmal so richtig
"auf Hochglanz" zu bringen. Neben einem ausgiebigen
Frühjahrsputz nutzen viele die Gelegenheit, um das Heim mit
einem Anstrich zu verschönern. Wer dazu im Baumarkt die passende
Qualitätsfarbe sucht, hat es oft schwer: Die Farbeimer sehen
fast alle gleich aus,
und die Angaben der Inhaltsstoffe sind für den Heimwerker
nur selten verständlich.
Im Zuge der Europäisierung hilft seit kurzem
eine neue Norm zwischen guter und schlechter
Farbe zu unterscheiden: Die EN 13 300 beurteilt Dispersionsfarben
nach den Kriterien Reinigungsfähigkeit, Deckkraft und Reichweite
und teilt sie in verschiedene Qualitätskategorien ein.
Wer lange Freude an den Wänden stark beanspruchter
Räume wie Küche, Flur, Wohn- oder Kinderzimmer haben
möchte, sollte auf die Reinigungsfähigkeit der Farbe
achten. Diese unterteilt die EN 13 300 in fünf Klassen. Wände,
die hin und wieder mal feucht abgewischt werden müssen, sollten
mindestens mit einer Farbe der Klasse drei gestrichen sein; richtig
scheuerbeständig sind nur die Klassen eins bis zwei. Diese
halten auch mal eine Behandlung mit dem Küchenschwamm aus.
Farben, die sich in den Klassen vier bis fünf wiederfinden,
sind in puncto Reinigungsfähigkeit mangelhaft. Wer diese
mit einem feuchten Tuch bearbeitet, wischt damit meist die gesamte
Farbe von der Wand.
Ob an stark beanspruchten Wänden oder nicht:
Die Deckkraft ist auf jeden Fall ein wichtiges Merkmal von Qualitätsprodukten.
Denn je besser eine Farbe deckt, um so geringer ist der Arbeitsaufwand.
Bei hochwertigen Produkten erreicht man durch einen Anstrich bereits
ein optimales Streichergebnis, während sonst mehrere Aufträge
nötig sind. Es lohnt sich also immer, auf die gute Deckkraft
eines Produkts zu achten. Die Norm EN 13 300 hilft dabei mit vier
Unterteilungen: Sehr gut decken die Farben der Klasse eins (zu
99,5% oder mehr), gut sind auch die Klassen zwei (Deckkraft zu
98% oder mehr) und drei (Deckkraft zu 95% oder mehr). Vorsicht
gilt bei Produkten der Klasse vier: Diese deckt weniger als zu
95%, wobei nach unten keine Grenze gesetzt ist. Und noch ein weiterer
Punkt ist durch EN 13 300 garantiert: Die erreichte Deckkraft
bezieht sich immer auf die auf dem Eimer angegebene Reichweite
und gewährleistet, dass man die versprochenen Quadratmeter
im optimalen Streichergebnis erhält.
Wer sich also seine Lust an der Frühjahrsrenovierung
nicht verderben lassen will, sollte beim nächsten Farbenkauf
auf die neue europäische Norm achten. Ihr Qualitätsurteil
findet sich auf einem Etikett am Gebinde wieder. Sollte es fehlen,
kann man davon ausgehen, dass die Farbe nicht hält, was sie
verspricht.
Ausführliche Informationen über die neue
Europäische Norm und ihre Qualitätsmerkmale sowie vieles
mehr rund ums Streichen gibt es auch im Internet unter:
www.farbqualitaet.de.
(468 Wörter/3.187 Zeichen, Abdruck frei,
Beleg erbeten)
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