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2002, 2001 > Anstreichen
in Großbritannien Volkssport
Anstreichen in Großbritannien Volkssport
Frankfurt a. M., November 2001. Ein Blick über
den Kanal kann deutsche Farbenhersteller und Einzelhändler
vor Neid erblassen lassen. Denn in keinem anderen europäischen
Land kaufen Verbraucher so häufig Farbe wie in Großbritannien:
Fast jeder zweite private Anstreicher (44%) greift dort mehrmals
im Jahr zu. In Deutschland ist es nicht einmal jeder Zehnte (8%).
Dies ergab eine vom Paint Quality Institute der Rohm and Haas
Company in Auftrag gegebene europäische Verbraucherstudie
zum Thema Farbe und Farbqualität. Hauptgrund für die
größere Kauffreude: Eine völlig andere Beziehung
zu Anstreichen und Dekorieren.
"Wenn Industrie und Handel in Deutschland ähnlich
gute Umsätze erzielen wollen wie in Großbritannien,
dann müssen sie auf ein Umdenken bei den hiesigen Verbrauchern
hinwirken", sagt Ludger Küper, Leiter des Paint Quality
Institute Deutschland. "Höhere Verkäufe auch hier
sind eher eine Frage der Einstellung als der Eigentumsverhältnisse."
Demnach ist die höhere Eigentumsrate bei Wohnraum in Großbritannien
- nach dem Motto 'was einem gehört, das streicht man auch
öfter und sorgfältiger' - keineswegs allein ausschlaggebend.
Wichtigere Faktoren sind das entspanntere Verhältnis der
Briten zur Streicharbeit und die Freude daran, mit Farben zu experimentieren.
So liegt die Zahl der Streichmuffel in Deutschland deutlich höher
als im Königreich. 77 % der Befragten in Deutschland gab
an, nur zu streichen, wenn es unbedingt
nötig sei - in Großbritannien lag die Vergleichszahl
bei nur 58%. Während sich in Deutschland
der Wunsch nach frischem Wind im Interieur mit der Feststellung
einer notwendigen Renovierung die Waage hielt, nannte in Großbritannien
eine deutliche Mehrheit (+19%) rein ästhetische
Gründe als Motivation, zu Rolle und Pinsel zu greifen. Dies
wird besonders dann verständlich,
wenn man bedenkt, dass weiße Wände in Deutschland immer
noch die Regel sind. "Dann streicht
man natürlich erst, wenn die Wände schmutzig oder vergilbt
sind", so Küper. In Großbritannien hingegen liebt
man es bunt - Wände selbst in kräftigem Rot und Blau
sind keine Seltenheit, auch die Kombination mehrer Farben ist
sehr beliebt. Außerdem gilt der Grundsatz: öfter mal
was Neues. Und weil ein Anstrich ohnehin nicht für die Ewigkeit
gedacht ist, ist auch das Anstreichen selbst nicht durch überzogene
Erwartungen hinsichtlich der Perfektion belastet. Für zusätzliche
Entspannung sorgt, dass die Briten am liebsten in Gesellschaft
streichen. Gemeinsam mit Freunden lässt sich der Spaßfaktor
natürlich erheblich steigern. Kein Wunder also, dass Verkäufer
in Baumärkten und Farbenfachgeschäften viele ihrer Kunden
mit Namen ansprechen können. 44 % der Anstreicher kommen
mehrmals jährlich zum Farbenkauf, weitere 30 % einmal im
Jahr. Der Direktvergleich mit Deutschland spricht Bände:
Dort sind es 23%, die einmal im Jahr Farbe kaufen und ganze 8%,
die öfter zugreifen. Viele weitere Informationen zum Thema
Farbe und Farbqualität hält die Website des PQI unter
www.farbqualitaet.de
bereit.
(434 Wörter / 3.008 Zeichen, Abdruck frei,
Beleg erbeten)
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